Die Digitalisierung verbessert die Qualität von Buchhaltungsdaten, doch dieser Effekt wird durch wirtschaftliche Unsicherheit geschwächt. Die Automatisierung der gesamten Reporting-Kette vom ERP-Export bis zum finalen Bericht ist der wirksamste Hebel für verlässliche Zahlen.
Der Monatsabschluss steht an. Die Zahlen aus dem ERP-System sind exportiert. Nun beginnt die manuelle Arbeit in Excel, um die Daten für das Reporting aufzubereiten. Viele Finanzteams möchten diesen Prozess vom ERP-Export zum Bericht automatisieren. Das Ziel ist klar: verlässliche und pünktliche Berichte für die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat. Die Digitalisierung verspricht hier eine höhere Datenqualität. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass dieser positive Effekt durch wirtschaftliche Unsicherheit geschwächt wird (doi.org 2024a). Die manuelle Prozesskette wird so zu einem wachsenden Risiko für die Datenintegrität und die Entscheidungsfindung.
Die Lücke zwischen ERP und Bericht
Das ERP-System ist die zentrale Quelle für Finanzdaten. Es ist als «Single Source of Truth» konzipiert, robust und zuverlässig. Die Arbeit des Finanzteams endet jedoch nicht mit dem Datenexport. Die exportierten Rohdaten müssen für verschiedene Berichte, Analysen und Meldungen aufbereitet werden. Diese Aufbereitung findet meist in Microsoft Excel statt. Es entsteht eine Excel-Schicht, die das ERP-System umgibt.
Hier beginnt die manuelle Prozesskette. Daten werden kopiert, neu angeordnet, mit Formeln wie SVERWEIS verknüpft und in Pivot-Tabellen zusammengefasst. Oft müssen Daten aus verschiedenen Quellen oder Tochtergesellschaften manuell konsolidiert werden. Jeder dieser Schritte birgt das Risiko menschlicher Fehler. Eine falsche Verknüpfung, ein Tippfehler in einer Formel oder ein Kopierfehler kann die Aussagekraft des gesamten Berichts beeinträchtigen. Diese Prozesse sind häufig nur unzureichend dokumentiert und stark von einzelnen Mitarbeitenden abhängig.
Die Komplexität des Berichtswesens ist ein wesentlicher Faktor für die Datenqualität. Eine Analyse hat gezeigt, dass eine hohe Komplexität in der Finanzberichterstattung ein signifikanter Prädiktor für fehlerhafte oder sogar betrügerische Finanzberichte sein kann (doi.org 2024a). Eine manuelle Kette vom ERP zum Bericht ist per Definition komplex. Sie ist oft unübersichtlich und für Aussenstehende, wie zum Beispiel Revisoren, nur schwer nachzuvollziehen. Fehler können sich über Monate unentdeckt fortpflanzen und das Vertrauen in die Finanzzahlen untergraben.
Unsicherheit schwächt die digitale Dividende
Grundsätzlich verbessert die digitale Transformation die Qualität von Buchhaltungsinformationen. Sie erhöht die Transparenz, reduziert Informationsasymmetrien und schränkt opportunistisches Verhalten des Managements ein (doi.org 2024a). Unternehmen investieren in digitale Werkzeuge, um diese Vorteile zu nutzen und ihre Prozesse effizienter zu gestalten.
Eine aktuelle Untersuchung stellt diesen Zusammenhang jedoch in einen neuen Kontext. Wirtschaftliche Unsicherheit moderiert die positive Wirkung der Digitalisierung erheblich (doi.org 2024a). In unsicheren Zeiten steigt der Druck auf Finanzabteilungen. Die Geschäftsleitung verlangt schnellere und präzisere Analysen, häufigere Hochrechnungen und detaillierte Szenarioplanungen. Dieser erhöhte Bedarf an Ad-hoc-Auswertungen führt zu mehr manuellen Zyklen in Excel, was die Wahrscheinlichkeit von Fehlern weiter erhöht.
Zusätzlich wächst der Druck durch steigende regulatorische Anforderungen. Ein Beispiel ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die durchschnittlichen Offenlegungsraten im Bereich ESG sind zwischen 2019 und 2024 von 89.2 % auf 97.1 % gestiegen (doi.org 2027). Dieser wachsende Aufwand für das Berichtswesen belastet die bestehenden, oft manuellen Prozesse zusätzlich. Die Sammlung, Aufbereitung und Integration von nicht-finanziellen Daten in die Finanzberichterstattung findet oft ebenfalls in Excel statt und macht Effizienz und Genauigkeit unabdingbar.
Automatisierung als Lösung für die gesamte Kette
Die Lösung liegt nicht darin, das bewährte ERP-System zu ersetzen. Der wirksamste Hebel liegt in der Automatisierung der Excel-Schicht, die das ERP umgibt. Es geht darum, den gesamten Pfad vom ERP-Export über die wiederkehrenden Berichte bis zu den Einreichungen zu automatisieren. Die Kette muss geschlossen werden.
Skopa automatisiert genau diese Kette. Wir schaffen einen robusten und nachvollziehbaren Prozess. Dieser nimmt die Rohdaten aus dem ERP-Export und überführt sie ohne manuelle Eingriffe in die finalen Berichtsformate. Die Geschäftslogik, die heute in unzähligen Excel-Zellen und Formeln verteilt ist, wird in einen zentralen, dokumentierten und automatisierten Ablauf überführt. Das Resultat ist kein interaktives Dashboard, sondern der fertige, statische Bericht – als PDF, Excel-Datei oder im Format für eine regulatorische Einreichung.
Dieser Ansatz eliminiert typische Fehlerquellen wie das Kopieren und Einfügen von Daten, fehlerhafte Formeln oder die Arbeit mit veralteten Dateiversionen. Er stellt sicher, dass die Zahlen im finalen Bericht direkt und prüfbar aus den Quelldaten abgeleitet sind. Der Prozess wird unabhängig von einzelnen Personen und läuft bei jedem Abschluss exakt gleich ab.
Andere Werkzeuge adressieren Teilaspekte dieses Problems. Business-Intelligence-Lösungen wie Power BI eignen sich hervorragend für die interaktive Datenvisualisierung und -analyse. Sie sind jedoch nicht primär dafür ausgelegt, den Prozess zur Erstellung von statischen, formatierten Monatsberichten zu automatisieren. Neue KI-Assistenten wie Microsoft 365 Copilot zielen darauf ab, die Fragmentierung von Arbeitsabläufen zu reduzieren und einzelne Aufgaben zu beschleunigen (learn.microsoft.com 2026). Sie assistieren dem Benutzer, automatisieren aber nicht die gesamte Prozesskette von Anfang bis Ende.
Was bedeutet das für die Datenqualität?
Eine automatisierte Reporting-Kette gewährleistet Konsistenz und Prüfbarkeit. Jede Zahl im finalen Bericht ist lückenlos auf ihren Ursprung im ERP-Export zurückführbar. Die «Kette» wird geschlossen und gehärtet. Dies vereinfacht interne Kontrollen sowie die externe Revision erheblich, da der Datenfluss transparent und jederzeit nachvollziehbar ist.
Das Finanzteam gewinnt wertvolle Zeit. Controller und CFOs verbringen weniger Zeit mit der manuellen Erstellung von Berichten und der Fehlersuche. Stattdessen können sie sich auf die Analyse der Zahlen, die Interpretation der Ergebnisse und die strategische Beratung der Geschäftsleitung konzentrieren. Die Automatisierung repetitiver Aufgaben ermöglicht es den Fachkräften, ihre eigentliche Expertise einzubringen.
Das Risiko von unbeabsichtigten Fehlern wird massiv reduziert. Automatisierte Systeme führen nicht nur Transformationen durch, sondern können auch Validierungen und Plausibilitätsprüfungen beinhalten. Moderne Algorithmen zur Anomalieerkennung übertreffen traditionelle, regelbasierte Methoden bei der Identifizierung verdächtiger Muster in Finanzdaten deutlich (doi.org 2024a). Solche Systeme lernen aus historischen Daten, was «normal» ist, und können so auch subtile Abweichungen aufdecken, die einem menschlichen Prüfer entgehen könnten. Dies stellt eine zusätzliche, automatisierte Kontrollschicht dar.
Was Sie diesen Monat tun können
Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme Ihres aktuellen Prozesses für das Berichtswesen. Dokumentieren Sie die Schritte vom ERP-Export bis zum fertigen Bericht so detailliert wie möglich. Eine ehrliche Analyse ist die Grundlage für jede Verbesserung.
- Welche Daten exportieren Sie aus dem ERP-System und in welchem Format?
- Welche manuellen Schritte führen Sie in Excel durch? (z.B. Kopieren, Verknüpfen, Konsolidierungen, Währungsumrechnungen, Formeln, Pivot-Tabellen)
- Wie viele verschiedene Versionen einer Datei existieren typischerweise während eines Abschlusses?
- Wer ist für welche Schritte verantwortlich und wie werden Übergaben gehandhabt?
- Schätzen Sie den ungefähren Zeitaufwand für jeden manuellen Schritt. Dies hilft, den wahren Preis der manuellen Arbeit zu verstehen.
Identifizieren Sie den zeitaufwendigsten und fehleranfälligsten Schritt in Ihrem Prozess. Dies ist oft ein guter Ausgangspunkt, um über eine gezielte Verbesserung oder Automatisierung nachzudenken.
Analysieren Sie, an welchen Stellen Daten manuell zwischen verschiedenen Dateien oder Systemen übertragen werden. Diese Schnittstellen sind oft die schwächsten Glieder in der Kette. Eine klare Dokumentation dieser Punkte ist der erste Schritt, um die Prozesssicherheit und Datenqualität nachhaltig zu stärken.
Microsoft, Excel, Power BI und Microsoft 365 Copilot sind eingetragene Marken der Microsoft Corporation.
Wie die ganze Kette vom Export bis zur Abgabe ohne Übergabe von Hand zusammenhängt, steht auf der Seite dazu. Vollständige Automatisierung →
Quellen
- doi.org (2024a) Digital Transformation and Accounting Information Quality: The Moderating Role of Environmental Uncertainty — Accounting, Finance and Computational Intelligence, doi.org
- doi.org (2024a) Detection of Fraud in Financial Statements Based on Managerial Tone Analysis, Financial Reporting Complexity, and Anomaly Detection Algorithms — Journal of Management and Business Solutions, doi.org
- doi.org (2027) Convergencia global en la divulgación ESG y evolución de los marcos de reporte: evidencia de 22 jurisdicciones, 2019–2024 — Mundo FESC, doi.org
- learn.microsoft.com (2026) Microsoft 365 Copilot, Versionshinweise, learn.microsoft.com

